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Mercator-Medaille

Die DGfK zeichnet mit der Verleihung der Mercator-Medaille Persönlichkeiten aus, die sich durch herausragende, international anerkannte wissenschaftliche Leistungen außerordentliche Verdienste um die Kartographie erworben haben. Die Verleihung ist nicht an eine Mitgliedschaft in der DGfK gebunden.

Träger und Trägerinnen der Mercator-Medaille:
1991 Günter Hake
1993 Jaques Bertin
2004 Ulrich Freitag
2004 Ingrid Kretschmer
2009 Mark Monmonier
2013 Ernst Spiess

Die Deutsche Gesellschaft für Kartographie DGfK hat Herrn Prof. Dr. h.c. Ernst Spiess ihre höchste Auszeichnung, die Mercator-Medaille, in Anerkennung seiner hervorragenden Leistungen für die Kartographie verliehen. Medaille und Urkunde wurden in der Eröffnungsveranstaltung des 61. Deutschen Kartographentages am 28. August 2013 im Rahmen der 26. Konferenz der Internationalen Kartographischen Vereinigung in Dresden durch den Präsidenten der DGfK, Prof. Dr. Manfred Weisensee, überreicht. In einer persönlich gehaltenen Ansprache würdigte Prof. Dr. Ulrich Freitag – seit 2004 ebenfalls Träger der Mercator-Medaille – die Persönlichkeit des Geehrten und die Gründe für die hohe Auszeichnung.

Ernst Spiess, 1930 in Rapperswil (SG, Schweiz) geboren, studierte von 1949 bis 1954 Vermessungswesen und war von 1956 bis 1958 wissenschaftlicher Mitarbeiter von Eduard Imhof an der ETH Zürich. 1958 bis 1964 hatte er an der Eidgenössischen Landestopographie die Stelle eines Ingenieur-Topographen inne. 1964 wurde er Assistenz-Professor und 1970 als Nachfolger Eduard Imhofs Ordinarius des Instituts für Kartographie an der ETH Zürich. Hier wirkte er bis zu seiner Emeritierung im Jahre 1996.

Mit der Verleihung ihrer höchsten Auszeichnung an Ernst Spiess ehrt die Deutsche Gesellschaft für Kartographie einen Wissenschaftler von internationalem Rang. Ausgehend von der ETH Zürich hat Ernst Spiess in vorbildlicher Weise in Forschung, Lehre und Praxis dazu beigetragen, die Kartographie zu einer theoriebestimmten Wissenschaft und zu einer auf digitale Techniken ausgerichteten vielseitigen Disziplin zu entwickeln. In seinen klaren, anschaulichen Vorlesungen und Vorträgen, in Aufsätzen und internationalen Lehrbüchern setzte er sich ständig mit der Aufgabe und der Rolle der Kartographie auseinander. Dabei stellte er die Kartengraphik als Basis jeglicher Visualisierungsform raumbezogener Daten heraus. Er formulierte Regeln zur kartographischen Gestaltung von Basiskarten für thematische Karten, zur kartographischen Generalisierung, zur automatischen Konstruktion von Signaturen und zur Kombination graphischer Komponenten zur Erzielung visueller und kognitiver Hierarchien. Seine fundierten Arbeiten zu funktionalen Kartentypen ermöglichten die Verbesserung zahlreicher Kartenarten wie Expeditions- und Orientierungslaufkarten, Landes- und Planungskarten sowie analytischer und komplexer Wirtschaftskarten für den Unterricht.

Ernst Spiess trat auch als Bearbeiter und Herausgeber prestigeträchtiger Atlanten, des „Schweizer Weltatlas“ und des „Atlas der Schweiz“ hervor, an dessen Weiterentwicklung zu einem interaktiven multimedialen Atlas er mitwirkte. Als Vorsteher des Instituts für Kartographie hat er an der ETH Zürich ein modernes Zentrum kartographischer Lehre und Forschung von internationaler Bedeutung geschaffen.

Für sein vielseitiges und über die Grenzen der Schweiz hinaus reichendes Wirken spricht die Deutsche Gesellschaft für Kartographie dem neuen Träger der Mercator-Medaille Prof. Ernst Spiess Dank und Anerkennung aus.

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