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Mercator-Medaille

Die DGfK zeichnet mit der Verleihung der Mercator-Medaille Persönlichkeiten aus, die sich durch herausragende, international anerkannte wissenschaftliche Leistungen außerordentliche Verdienste um die Kartographie erworben haben. Die Verleihung ist nicht an eine Mitgliedschaft in der DGfK gebunden.

Träger und Trägerinnen der Mercator-Medaille:
1991 Günter Hake
1993 Jaques Bertin
2004 Ulrich Freitag

Am 13. Oktober 2004 überreichte der Präsident der DGfK, Dr. Peter Aschenberner im Rahmen der feierlichen Eröffnungsveranstaltung zum 52. Deutschen Kartographentag in Stuttgart Herrn Univ.-Prof. em. Dr. Ulrich Freitag, Berlin, die Mercator-Medaille. Hochachtung vor der wissenschaftlichen Arbeit des Geehrten und Würdigung seines jahrzehntelangen Wirkens für die internationale Kartographie standen im Mittelpunkt des Urkundentextes:

Ulrich Freitag wird die besondere Ehrung unter anderem wegen seiner Arbeiten zum Forschungsgebiet der kartographischen Kommunikation zuteil. Mit seinem innovativen Wirken in diesem Bereich hat er wesentlich zur wissenschaftlichen Standortbestimmung der Kartographie beigetragen. Durch die Integration theoretischer Ansätze aus Nachbardisziplinen und unter Berücksichtigung praktischer Anwendungen vermochte er die Position unseres Fachgebiets im Spektrum der Wissenschaften zu stärken und den Blick für die Rolle einer modernen Kartographie in der heutigen Informationsgesellschaft zu schärfen. Darüber hinaus hat Ulrich Freitag seine wissenschaftlichen und methodischen Konzepte, nicht zuletzt auch in der Atlaskartographie, international in Vorträgen und Publikationen vertreten und als Gastdozent und kartographischer Projektberater in Europa und schwerpunktmäßig in Entwicklungs- und Schwellenländern, vor allem Asiens, gewirkt. Durch innovative Ideen und integrative Mitarbeit förderte er innerhalb der International Cartographic Association (ICA) die Aktivitäten mehrerer Kommissionen und initiierte mit dem Europaforum bei Deutschen Kartographentagen ein kartographisches Diskussionsforum von europäischer Dimension.

Ulrich Freitag wurde am 9. Dezember 1931 in Kolberg, Pommern, geboren. Seine Jugendzeit verbrachte er in Potsdam, wo er 1951 das Abitur ablegte. Er begann an der Humboldt-Universität in Berlin das Studium der Geographie, das er 1955 mit dem Ersten Staatsexamen abschloss. Anschließend war er wissenschaftlicher Assistent am Institut für Verkehrsgeographie der Hochschule für Verkehrswesen in Dresden. 1959 bot ihm die Stadt Berlin einen Studienplatz für Kartographie an der Staatlichen Ingenieurschule für Bauwesen an, wo er 1961 das Studium zum Ingenieur für Landkartentechnik abschloss. Ulrich Freitag wechselte dann an das Geographische Institut der Justus-Liebig-Universität in Gießen, wo er als wissenschaftlicher Assistent und Lehrbeauftragter, insbesondere für Kartographie, tätig war. Hier wurde er 1966 mit der Arbeit "Systematik und Methodik der kartographischen Darstellungen des Verkehrs mit Beispielen zur Verkehrsgeographie des mittleren Hessen" zum Dr. rer.nat. promoviert.

Im gleichen Jahr erreichte Ulrich Freitag ein Ruf als Lecturer an das Department of Geography of the Ife University in Ibadan, Nigeria, wo er zwei Jahre wissenschaftlich arbeitete. In den kommenden fünf Jahren war er wieder am Geographischen Institut in Gießen, zunächst als Kustos, dann als Akademischer Rat und ab 1972 schließlich als Professor für Geographie tätig. Von hier ging er 1973 bis 1976 als Visiting Professor an die Chulalongkorn Universität in Bangkok, Thailand. Dort war er zugleich Berater in thematischer Kartographie für das Königlich-thailändische Vermessungswesen. 1976 bis 1977 erneut in Gießen, erreichte ihn hier 1977 der Ruf zum Ordentlichen Professor für Kartographie an das Institut für Anthropogeographie, Angewandte Geographie und Kartographie der Freien Universität Berlin, wo er 1999 emeritiert wurde.

Ulrich Freitag hielt zwischen 1977 und 1988 zahlreiche Gastvorlesungen im Ausland, insbesondere in Enschede (Niederlande), in Leningrad und in Wuhan in der Volksrepublik China. In dieser Zeit war er als Gutachter ebenso tätig wie als Berater für Universitäten, Institute und staatliche Einrichtungen in Thailand, in der Volksrepublik China, in Sri Lanka, in Indonesien und auf den Philippinen. Damit einher ging sein großes Engagement in der Internationalen Kartographischen Vereinigung (IKV), dessen Honorary Member er 2003 wurde. Die Österreichische Geographische Gesellschaft ehrte ihn 2006 mit der Verleihung der Franz von Hauer-Medaille.

In der DGfK hat Ulrich Freitag zahlreiche ehrenamtliche Funktionen wahrgenommen. Von 1965 bis 1966 und von 1977 bis 1983 war er Zweiter Schriftleiter der Kartographischen Nachrichten, von 1979 bis 1987 Vizepräsident und von 1987 bis 1995 Präsident der Gesellschaft.

Text: Zusammengestellt nach Beiträgen aus den Kartographischen Nachrichten.

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2004 Ingrid Kretschmer
2009 Mark Monmonier
2013 Ernst Spiess
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© Deutsche Gesellschaft für Kartographie