Veranstaltungen 2012

11.12.2012 – Unsichere Daten – unsichere Entscheidungen

Visuelle Kommunikation von Unsicherheiten als Herausforderung

Dipl.-Ing. Christoph Kinkeldey – Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Doktorand am Labor für Geoinformatik und Geovisualisierung (g2lab) HafenCity Universität Hamburg

17 Uhr c.t. – Kolloquium – Ort: Technische Universität Berlin Hauptgebäude, Raum H6131, Straße des 17. Juni 135 (U-Bf. Ernst-Reuter-Platz), 10623 Berlin
In Kooperation mit dem Institut für Geodäsie und Geoinformationstechnik der Technischen Universität Berlin

Unsicherheiten sind allgegenwärtig bei der Erhebung, Auswertung und Präsentation von Geodaten, sei es bei der Vermessung eines Grundstücks, bei der Klassifizierung eines Satellitenbilds oder bei der Erstellung einer Karte. Dass die Information über Unsicherheiten in vielen Fällen wertvoll sein kann und nicht mehr ignoriert werden sollte, ist inzwischen unbestritten. Doch obwohl die Modellierung, Quantifizierung und Kommunikation von Unsicherheiten bereits seit Jahrzehnten Gegenstand der Forschung sind, bleibt die Berücksichtigung dieser Information in der Praxis die Ausnahme, auch eine Integration in GIS-Systeme hat bis heute kaum stattgefunden.
Um diesen Zustand zu ändern, müssen Nutzer in die Lage versetzt werden, Informationen zu Unsicherheiten zu verstehen und in ihre Arbeitsprozesse integrieren zu können. Dies kann nur erreicht werden, wenn es unter anderem geeignete Methoden für die Repräsentation dieser Information gibt. Dafür bieten sich Mittel der Visualisierung an – insbesondere im Bereich der Geovisualisierung ist eine Vielzahl von Methoden entwickelt worden, um verschiedene Arten von Unsicherheiten visuell zu kommunizieren. Doch ihre Eignung ist weitgehend unerforscht, weshalb es kaum Möglichkeiten gibt, für eine bestimmte Anwendung eine geeignete Visualisierungsmethode zu ermitteln, geschweige denn auf Standard-Methoden zurückzugreifen.
Ziel dieses Vortrags ist es, die Gründe für diese Situation zusammenzufassen und aufzuzeigen, wie den Herausforderungen begegnet werden kann. Dazu werden eine Einführung in die Thematik und ein Überblick über bestehende Methoden für die Unsicherheitsvisualisierung gegeben. Insbesondere wird auf die Methode der ‚Noise Annotation Lines‘ eingegangen, welche Gegenstand derzeitiger Forschung am g2lab ist. Anhand von Beispielen werden die Herausforderungen bei der Visualisierung von Unsicherheiten erläutert und mögliche Lösungsansätze präsentiert.

06.09.2012 – Kartenschätze für die Geodateninfrastruktur

Die Georeferenzierung des Schmettauschen Kartenwerkes

Dipl.-Ing. Jörg Schröder – Öffentlich bestellter Vermessungsingenieur in Guben

17 Uhr s.t. – Kolloqium – Ort: GFZ Potsdam, Telegrafenberg, Haus H, Vortragsraum 3, zu erreichen mit der Buslinie 691 um 16:44 Uhr ab Potsdam Hbf.
geodätisches Kolloqium des DVW Berlin-Brandenburg e.V.

Historische Karten sind nicht nur schön anzusehen – sie enthalten sehr viele raumbezogenen Informationen aus der Zeit unserer Vorfahren. Die Verarbeitung dieser Daten in Geoinformationssystemen erlaubt wertvolle Rückschlüsse auf zeitliche Veränderungen, unter anderem bei Waldflächen.
Die Nutzung historischer Kartendaten setzt jedoch eine korrekte Georeferenzierung und Projektion in die heute gebräuchlichen Abbildungsvorschriften voraus.
Insbesondere das Schmettausche Kartenwerk entstand ohne eine vorangegangene Grundlagenvermessung, so dass starke Verzerrungen entstanden.
Im Vortrag wird ein Überblick über die historischen Kartenwerke gegeben, der Prozess der Georeferenzierung und Entzerrung vorgestellt und Auszüge aus dem Ergebnis präsentiert.

29.03.2012 – Symbolisch aufgeladen und politisch sensibel: geographische Namen in Atlaskarten

Dr. Peter Jordan – Österreichische Akademie der Wissenschaften, Wien Institut für Stadt und Regionalforschung und Arbeitsgemeinschaft für Kartographische Ortsnamenkunde (AKO)

17 Uhr s.t. – Kolloquium – Ort: Staatsbibliothek zu Berlin Kartenlesesaal, Unter den Linden 8, 10117 Berlin

Geographische Namen werden auch von Atlasredakteuren oft als eine Nebensache angesehen, haben aber eine starke symbolische Wirkung und sind daher oft auch ein politisches Thema, auch ein Thema politischer Konflikte. Es ist daher wichtig, mit ihnen sorgsam umzugehen und den Stand der Wissenschaft zu berücksichtigen.
Es gibt daher auch zahlreiche Gremien, die sich mit der Standardisierung, d.h. der korrekten, einheitlichen, wissenschaftlich begründeten Schreibung von geographischen Namen befassen, für Deutschland und die deutschsprachigen Länder und Gebiete ist es der Ständige Ausschuss für geographische Namen (StAGN) und weltweit ist diesbezüglich die Expertengruppe der Vereinten Nationen für geographische Namen (United Nations Group of Experts on Geographical Names, UNGEGN) tätig, eine von nur sechs aktiven permanenten Expertengruppen der Vereinten Nationen.
Der Vortrag wird sich mit drei in diesem Zusammenhang wichtigen Aspekten beschäftigen: (1) mit den Funktionen geographischer Namen speziell in Karten und Atlaskarten, aber auch in anderen Arten ihrer Verwendung; (2) mit dem Vorgang des Benennens (der Namengebung): Wer ist daran beteiligt und was spielt dabei eine Rolle? (3) mit der Wahl zwischen Endonym und Exonym, d.h. mit der oft schwierigen Entscheidung zwischen dem von der örtlichen Sprache verwendeten Namen und einem Namen von außen.
Gerade vor dem Hintergrund dieser drei Aspekte wird verständlich werden, warum geographische Namen häufig Gegenstand politischer Konflikte sind (z.B. Makedonien, Japanisches Meer/Ostmeer, Amtlichkeit von Minderheitennamen). Bei der Besprechung dieser Konflikte wird allerdings auch deutlich, dass der Streit um die Namen nur stellvertretend für tiefer liegende Konfliktgründe ausgetragen wird.

12.01.2012 – Neujahrsempfang

Ort: Rathaus Spandau Bürgersaal, Carl-Schurz-Str. 2/6, 13597 Berlin, U7 Rathaus Spandau, ICE/IC/RE/RB/S-Bf. Berlin-Spandau

12.01.2012 – Kartographie im Naturschutz


Rauminformation von Tusche und Letraset zum Feature Service

Dr. Michael Bilo – Direktor und Professor im Bundesamt für Naturschutz

17 Uhr c.t. – Kolloquium – Ort: Rathaus Spandau Bürgersaal, Carl-Schurz-Str. 2/6, 13597 Berlin, U7 Rathaus Spandau, ICE/IC/RE/RB/S-Bf. Berlin-Spandau
Im Anschluss an das Kolloquium lädt die Sektion Berlin-Brandenburg der DGfK ihre Mitglieder und Gäste dort zu einem Neujahrsempfang ein.

Die Entwicklung der Kartographie im Naturschutz kann nicht ohne einen Blick auf die geschichtliche Entwicklung des Naturschutzes dargestellt werden. Alte kartographische Arbeiten mit „phytotopographischen“ Darstellungen aus dem Jahre 1861 wurden veröffentlicht, als der Naturschutz noch nicht als Disziplin definiert war (1874). Es werden Beispiele aus frühen kartographischen Arbeiten der Vorgängereinrichtungen des Bundesamtes für Naturschutz gezeigt und der qualitative Schritt zum analytischen Einsatz von DVSystemen nachvollzogen. Diese Geoinformationssysteme führen zu den internetgestützten diensteorientierten Verfahren, wie sie heute wesentlicher Bestandteil von Geodateninfrastrukturen auf nationaler (GDI-DE) und europäischer (INSPIRE) Ebene sind. Aktuelle Beispiele aus der naturschutzfachlichen Politikberatung (Schutzgebiete, Meeresnaturschutz und Windenergie, Auenökosysteme, Bewertung von Anträgen zur Freisetzung gentechnisch veränderter Organismen) demonstrieren die große fachliche Breite der zum Einsatz kommenden geographischen Information. Kartographisches Expertenwissen kommt dabei nicht in jedem Fall zum Tragen. Fluch oder Segen?

12.01.2012 – news-infographics-maps

Rathaus Spandau, Bürgersaal, Carl-Schurz-Str. 2/6, 13597 Berlin

Leitung: Horst Kremers, DGfK Berlin Brandenburg
Veranstalter: Sektion Berlin-Brandenburg der DGfK

Programm unter http://NIAM.online

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