One Reply to “Atlastage”

  1. Vor hundert Jahren endete mit dem Frieden von Versailles und mit den Pariser Vorortverträgen der 1. Weltkrieg. Umittelbar danach entstand ein großer Bedarf an Karten und Atlanten. Man wollte sehen, wie die neue Landkarte von Europa jetzt aussah. Durch die zeitweilige Schaffung von Abstimmungsgebieten und durch die ungelösten Konflikte über die Ostgrenze Polens blieb es noch über Jahre hinweg spannend, wie sich die Grenzen entwickelten. Die bekannten Verlage in Deutschland, Frankreich und Großbritannien wetteiferten in dieser Konstellation aber auch um die „beste Kartographie“. Bei Bartholomew in Schottland meinte man, nicht nur Deutschland besiegt, sondern nun endgültig auch die deutsche Kartographie entthronen zu haben. In Gotha bei J. Perthes hielt man dagegen und behauptete sogleich, es immer noch besser machen zu können.
    Mitte der 1920er Jahre reihte sich Italien mit einem vom Duce geförderten großen Atlasprojekt in diesen Wettbewerb ein. 1939/40 wollte auch die Sowjetunion zeigen, wie leistungsfähig der Sozialismus in Bezug auf die Kartographie war.
    Für uns ist dieser kartographische Wettbewerb kaum nachvollziehbar. Aber darum setzen die 14. Internationalen Atlas-Tage ihren Akzent auf einen Vergleich der damals entstandenen Atlanten. Das ist methodisch nicht einfach und kann nur aus der Tradition der jeweiligen Länder heraus beurteilt werden.
    Unter den bisher angemeldeten Fachleuten und Atlassammlern sind aber schon jetzt Personen aus Großbritannien, Frankreich und den USA vertreten. So wird es sicherlich gelingen, in das Kennenlernen der Atlaskartographie der Zwischenkriegszeit auch das Wissen um die jeweiligen Traditionen einfließen zu lassen.
    Die Veranstaltung findet In der Evang. Akademie Haus Villigst in Schwerte statt. Sie beginnt am Freitag, 26.4. abends und endet am Sonntag, den 28.4. vormittags mit einer Bücherbörse. Nachfragen und Anmeldungen über pan@schwerte.de

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